Erleichterungen bei der Pauschalsteuer für Geschenke

Das Einkommenssteuergesetz erlaubt, Geschenke an Arbeitnehmer und/oder Geschäftspartner mit 30 Prozent pauschal zu versteuern (§ 37b EStG).

Die Finanzverwaltung war hier bisher sehr kategorisch und sagte: „Entweder werden alle Geschenke pauschaliert oder gar keine.“. Der Bundes­finanz-hof hat mit einer Urteilsserie vom 16.10.13 und 12.12.13 diese apodiktische Verfahrensweise abgelehnt. Inzwischen hat die Finanzverwaltung ein neues BMF-Schreiben entworfen und lenkt ein (BMF-Entwurf vom 11.12.14). Auf die Grundsätze dieses Schreibens sollten Sie pochen, falls ein Lohn­steuer­prüfer sich noch auf die alten, viel zu strengen Regeln beruft.

Das sind die Kernaussagen des neuen BMF-Schreibens:

  • Nur solche Zuwendungen müssen versteuert werden, die betrieblich veranlasst sind und die beim Empfänger zu einkommenssteuerpflichtigen Einkünften führen. Das heißt konkret: Auch, wenn man eine Honorierung des Empfängers anstrebt, greift die 30prozentige Pauschalsteuer. Wenn man nur Werbung macht, dann nicht.
  • § 37b begründet keine eigenständige Einkunftsart und erweitert nicht den einkommenssteuerrechtlichen Lohnbegriff. Das heißt konkret: Zuwendungen, die nicht zu einem Leistungsaustausch hinzutreten, fallen nicht unter die Steuer.
  • Wenn der Empfänger nicht der deutschen Einkommenssteuer unterliegt, kann auch keine Pauschalsteuer anfallen (z. B. Geschenke an ausländische Geschäftspartner).
  • Nicht erfasst werden Sachbezüge des Arbeitgebers, die in ganz überwiegendem eigenbetrieblichem Interesse liegen. Beispiel: Ein Arbeitnehmer wird „gezwungen“, mit Premiumkunden gemeinsam eine Unterhaltungsreise zu unternehmen. So etwas ist für den Arbeitnehmer eher Last als Freude und kein geldwerter Vorteil.

Ein für Sie positiver Irrtum des Bundesfinanzministeriums wird im BMF-Schreiben fortgeschrieben, nämlich, dass die „Streuwerbeartikel“-Grenze von zehn Euro beibehalten werden soll. Diese hat allerdings keinerlei gesetzliche Verankerung. Theoretisch müssten alle Geschenke pauschal versteuert werden (mit obigen Einschränkungen), weil die Zehn-Euro-Grenze nirgendwo gesetzlich verankert ist.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Wenn der Rechnungstermin nicht der Liefertermin ist

Viele Unternehmen verbuchen automatisch alle gestellten Rechnungen nach dem Rechnungsdatum. Das ist solange korrekt, wie die Rechnungen zeitgleich mit der Lieferung erstellt werden.

Beispiel: X verkauft EDV-Zubehör übers Internet und verschickt jeden Tag ca. 100 Päckchen. Die Rechnung ist immer gleich beigefügt. Dadurch sind die Forderungen automatisch im richtigen Monat bilanziert.

Wenn die Rechnung erst nach Lieferung geschrieben wird: Strenggenommen kommt es sowohl bei der gewinnerhöhenden Bilanzierung der Forderung, als auch bei der Umsatzsteuer nicht auf die Rechnungsstellung an. Sondern es kommt darauf an, wann die Leistung erbracht wurde.

Das bedeutet für Sie:
Wenn kleinere Beträge erst verspätet verbucht werden, stört das sicher niemanden. Wenn aber größere Aufträge zum Beispiel noch im Dezember 2014 ausgeliefert wurden und die Rechnung erst im Januar 2015 gestellt wird, muss die Gewinnrealisierung noch im alten Jahr erfolgen, und Sie müssen die Forderung in der 2014er-Bilanz ausweisen. Auch die Umsatzsteuer müssen Sie (im Regelfall der Soll-Versteuerung) noch im alten Jahr abführen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Rechnung verloren – was ist dann mit dem Vorsteuerabzug?

Den Vorsteuerabzug bekommen Sie nur mit der Original-Rechnung. Diese kann freilich auch schon einmal verloren gehen. Welche Steuer-Regeln dann gelten, hat nun das oberste Steuergericht geklärt. (BFH, 23.10.14, V R 23/13, DStR 15, 71)

Die Vorlage der Original-Rechnung gegenüber dem Finanzamt ist nicht zwingend: Es reicht, dass Sie die Rechnung irgendwann einmal hatten und das nachweisen können. Für den Vorsteuerabzug ist es hingegen nicht erforderlich, dass die Rechnung auch noch zu einem späteren Zeitpunkt vorhanden ist. Allerdings muss der Unternehmer durchaus nachweisen, dass er (irgendwann einmal) eine ordnungsgemäße Rechnung in Besitz hatte.

Wenn die Rechnung verloren gegangen ist: Dann können Sie den Nachweis, dass Sie die Original-Rechnung hatten zum Beispiel durch Kopien oder Zweitausfertigungen der Originalrechnung führen.

Wenn Sie nicht einmal Kopien haben und der Rechnungsaussteller „verschollen“ ist: Wenn die Rechnungen verlorengegangen sind und nicht mehr rekonstruiert werden können, sind die abziehbaren Vorsteuerbeträge zu schätzen. Denn die erfolgte Rechnungsstellung wird durch den Verlust der Rechnungen nicht aufgehoben.

Wenn Sie gar nichts nachweisen können? Nicht einmal, dass Sie jemals die Original-Rechnung hatten? Dann haben Sie Pech – dann kann auch nicht geschätzt werden. „Der fehlende Nachweis des Rechnungsbesitzes kann nicht durch eine Schätzung ersetzt werden.“

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Vier Tipps, wie Sie bei Ihrer Bank besser punkten

Noch mehr als für Ihren Gewinn interessiert sich Ihre Bank für Ihren Cashflow. Auf gut Deutsch: Ob Sie mehr Geld einnehmen als ausgeben. Beherzigen Sie diese vier Grundprinzipien, die viele Unternehmer im Alltagsgeschäft immer wieder aus dem Auge verlieren:

  1. Anlagegüter nicht vom Girokonto bezahlen: Leasen Sie stattdessen entweder oder nehmen Sie ein gesondertes Investitionsdarlehen auf.
  2. Ihre Forderungen sollten nicht stärker steigen als Ihr Umsatz: Wenn Ihre Kunden immer später zahlen, schädigt das Ihren Cashflow. Denn das Geld ist ja noch bei Ihrem Kunden auf dem Konto und nicht auf Ihrem Konto. Achten Sie also darauf, dass alle pünktlich zahlen.
  3. Lieferverbindlichkeiten möglichst spät bezahlen: Eine zu schnelle Bezahlung von Lieferantenverbindlichkeiten beschädigt Ihren Cashflow, denn das Geld ist dann schneller weg. Es ist bei Ihrem Lieferanten und nicht mehr bei Ihnen. Versuchen Sie lieber, längere Zahlungsziele auszuhandeln, auch das verbessert die Kenngröße „Cashflow“.
  4. Halten Sie Ihren Lagerbestand niedrig: Ein Aufbau Ihres Warenlagers beeinträchtigt zwar nicht den Jahresüberschuss, wohl aber den Cashflow, denn Ihr Geld steckt jetzt nicht mehr auf Ihrem Bankkonto, sondern in den Waren und Rohstoffen in Ihrem Lager.

Übrigens: Eine normale BWA zeigt den Cashflow nicht, deshalb verlieren viele Unternehmer diese Kenngröße aus dem Auge. Ihre Bank keinesfalls!

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Sind Lastschriften wirklich insolvenzfest?

Früher war es stets so, dass ein Insolvenzverwalter quasi per Mausklick
alle belasteten Lastschriften innerhalb der gesetzlichen Frist zurückbuchen konnte – und zwar ohne sachliche Begründung. Dadurch lebten die Forderungen der Lieferanten zwar wieder auf, wurden aber dann nur im Insolvenzverfahren befriedigt. Und das vielleicht bloß mit drei oder zehn Prozent.

Anders bei SEPA-Lastschriften: Bereits im Jahre 2010 hat der Bundes­gerichtshof entschieden, dass SEPA-Lastschriften insolvenzfest sind, also nicht so ohne Weiteres zurückgebucht werden können. Das Urteil erging zwar schon 2010 und das SEPA-Verfahren gab es damals schon, was kaum einer weiß. Aber es war eben noch nicht verpflichtend wie heute. (BGH, 20.07.10, XI ZR 236/07, NJW 10, 3510)

Kann Ihnen also abgebuchtes Geld nun niemand mehr wegnehmen? Wenn Sie bei Ihren Kunden per SEPA-Lastschrift abgebucht und sich dabei an die Spielregeln gehalten haben (schriftliche SEPA-Lastschriftermächtigung), kann ein Insolvenzverwalter Ihres Kunden nicht mehr einfach so per Mausklick alles zurückbuchen.

Was aber oft vergessen wird: Der Insolvenzverwalter kann trotzdem nach § 129 ff. Insolvenzordnung die Zurückzahlung direkt vom Zahlungsempfänger verlangen. Die Insolvenzfestigkeit von SEPA-Lastschriften dient also eher dem Schutz der Banken, die nun keinen Schaden mehr aus der Zurück­buchung haben.

Wie läuft das nun in der Praxis ab? Der Insolvenzverwalter schreibt die­jenigen an, die bei der insolventen Firma abgebucht hatten und fordert die Rücküberweisung. Viele ignorieren das und überweisen nicht zurück. Nun hängt es von der Prozessfreudigkeit und von der Betragshöhe ab, ob der Insolvenzverwalter wirklich in jedem Fall einen Rechtsstreit anfängt.

Fazit: Wenn Sie per SEPA-Lastschrift abbuchen, ist das nun sicherer als nach dem alten einfachen Einzugsermächtigungsverfahren, denn das Geld einfach so per Mausklick zurückbuchen kann der Insolvenzverwalter nicht mehr. Zurückfordern kann er es aber sehr wohl, und oft auch zu Recht.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Das ändert sich 2015 im Steuerrecht

Zum 1. Januar 2015 wurden eine Reihe von Änderungen im Steuerrecht beschlossen. Hier eine Auswahl der für Sie wichtigsten:

  • Betriebsveranstaltungen: Der Bundesfinanzhof hatte 2013 geurteilt, dass in die Prüfung der 110-Euro-Grenze nur Kosten einbezogen werden dürfen für Dinge, die der Arbeitnehmer konsumieren kann. Das wurde nun vom Gesetzgeber wieder gekippt. Die geplante Anhebung auf 150 Euro ist nicht gekommen. Allerdings wurde die bisherige Freigrenze von 110 Euro in einen Freibetrag umgewandelt. Das bedeutet an einem Beispiel: Die Kosten der Feier je Arbeitnehmer betragen 112 Euro. Bisher war das voll steuerpflichtig. Ab 2015 gilt: Es sind nur zwei Euro steuerpflichtig (112 minus 110 Euro Freibetrag).
  • Hörbücher: Die Umsatzsteuer für Hörbücher wird von 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt.
  • Rürup-Rente & Co: Ab 2015 wird der Sonderausgabenabzug für eine Basisversorgung (Rürup-Rente usw.) im Alter von 20.000 Euro auf 22.172 Euro angehoben (Verheiratete: doppelter Betrag).
  • Selbstanzeige: Steuerhinterzieher müssen künftig bereits ab 25.000 Euro und nicht erst ab 50.000 Euro hinterzogenen Steuern einen Zuschlag zahlen. Der Zuschlag erhöht sich von fünf auf zehn Prozent. Ab einer Steuerhinterziehung von 100.000 Euro steigt er auf 15 Prozent, ab einer Million Euro auf 20 Prozent. Zum Zuschlag kommen noch Hinterziehungszinsen hinzu. Die strafrechtliche Verjährungsfrist bleibt bei fünf Jahren. Allerdings muss man nun für zehn Jahre korrigierte Steuererklärungen nachreichen, wenn die Selbstanzeige wirksam sein soll.
  • Steuerfreie Betreuungsleistungen für Kinder und Pflegebedürftige: Der Arbeitgeber kann nun steuerfreie Serviceleistungen von bis zu 600 Euro im Jahr zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbieten.
  • Erstausbildung: Zweitausbildungen kann man unbeschränkt absetzen, Erstausbildungen (z. B. an einer Universität) aber nicht. Was freilich eine „Erstausbildung“ ist, war nie gesetzlich definiert. Das wurde nun nachgeholt. Damit will der Gesetzgeber all jenen einen Strich durch die Rechnung machen, die z. B. ein Studium als Werbungskosten absetzen wollten.
  • Versorgungsausgleich bei Scheidung: Ausgleichsleistungen zur Vermeidung eines Versorgungsausgleichs sind ab 2015 als Sonderausgaben abzugsfähig. Im Gegenzug erfolgt eine Versteuerung beim Empfänger.
  • Umsatzsteuer bei eBooks, Apps und Downloads: Für Leistungen, die auf elektronischem Weg (z. B. per Internet) verkauft, vermietet o. ä. werden (z. B. eBooks, Apps für Smartphones, Telekommunikationsleistungen oder Download von Filmen), wird ab 2015 der umsatzsteuerliche „Ort der Leistung“ an den Ort des Leistungsempfängers verlegt. Beim Verkauf an Unternehmen gilt das „Reverse-Charge“-Verfahren. Bei Verkäufen an Privatpersonen muss der Unternehmer mit der Mehrwertsteuer des Wohnsitzortes des Käufers fakturieren. Zur Vereinfachung können sich die Unternehmer beim Bundeszentralamt für Steuern registrieren lassen (www.bzst.de) und dort zentral ihre Umsätze in den einzelnen Ländern deklarieren (neudeutsch „Mini-One-Stop-Shop (MOSS)“).

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Wenn Ihre Kinder oder Eltern Kapitalerträge haben

Seit 2009 muss man Kapitalerträge – abgesehen von Sonderfällen – nicht mehr in der Steuererklärung angeben. Wer jedoch Kapitalerträge über 801 Euro (1.602 Euro bei Verheirateten) hat, aber sonst keine hohen Einkünfte, sollte die Kapitalerträge gegenüber dem Finanzamt trotzdem freiwillig erklären.

Dabei kann man nur gewinnen: Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent, wird die von der Bank einbehaltene Kapitalertragsteuer vom Finanzamt ganz oder teilweise erstattet. Ist der persönliche Steuersatz höher als 25 Prozent, bleibt es dennoch bei 25 Prozent. Ein höherer Steuersatz ist ausgeschlossen.

Deshalb: Raten Sie gegebenenfalls auch Ihren Kindern oder Eltern, die Kapitalerträge über den genannten Beträgen haben, diese in der Steuererklärung anzugeben. Aber: Möchte man für diese Steuererklärung einen Steuerberater zu Rate ziehen, sollte man gut überlegen, ob die Erstattung wirklich wahrscheinlich ist, damit man sich nicht eine Steuererstattung von 100 Euro durch ein Honorar von 300 Euro erkauft.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Teurer Irrtum beim Verkauf von Immobilien

Wer Immobilien innerhalb von zehn Jahren verkauft, muss den Gewinn versteuern. Aber das ist noch nicht alles. Denn, woran viele nicht denken: Besteuert wird nicht nur der Unterschied zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis, sondern es werden auch die Abschreibungen nachversteuert.

Beispiel: X hat 2007 für 200.000 Euro eine Wohnung in München gekauft und verkauft sie 2014 für 300.000 Euro. In diesem Zeitraum hat er 21.000 Euro abgeschrieben. X versteuert nicht nur den Gewinn von 100.000 Euro, sondern muss auch die Abschreibung von 21.000 Euro nachversteuern.

Besonderheiten bei selbst genutzten Immobilien: Erfreulich: Selbst genutzte Immobilien kann man ohne Beachtung einer Frist sofort steuerfrei verkaufen. Unerfreulich: Das gilt nicht für ein Arbeitszimmer. Insoweit ist der Gewinn nicht steuerbefreit, selbst wenn man aufgrund der Abzugs­beschränkungen gar keine Kosten absetzen konnte. Es lohnt sich daher nur selten, ein Arbeitszimmer geltend zu machen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Miete für die selbst bewohnte Wohnung absetzen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dass es klappt, die Miete für eine selbst genutzte Wohnung steuerlich geltend zu machen, können wir uns kaum vorstellen. Aber immerhin hat ein Ehepaar diese Frage nun vor das oberste Steuergericht gebracht, wo sich jedermann unter Angabe des Aktenzeichens (IX R 24/13) kostenlos anhängen kann.

Der Fall lag so: Das Ehepaar war aus seiner Eigentumswohnung ausgezogen und hatte diese vermietet. Die Eheleute hatten sich stattdessen eine Wohnung „im Grünen“ gemietet, die in etwa genauso viel Miete kostete wie die alte Stadtwohnung an Mieteinnahmen einbrachte.

Die Eheleute argumentierten so: „Wir haben genauso viel Einkommen wie vorher zur Verfügung, denn die Miete, die wir nun kassieren, müssen wir gleich wieder selber ausgeben für unsere Wohnung im Grünen. Warum sollen wir also mehr Steuern zahlen, wo wir doch genauso viel Einkommen haben wie vorher?“ Eine interessante Argumentation, die aber vom Finanzgericht Schleswig-Holstein zurückgewiesen wurde (21.06.13, 3 K 148/09, EFG 13, 1393). Nun muss das oberste Steuergericht entscheiden. Wir fürchten allerdings, dass auch dieses den Abzug der Miete für die selbst genutzte Wohnung nicht erlauben wird.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

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Wann die niedrige Steuer für Privatkredite gilt

Seit Einführung der Abgeltungssteuer muss man Zinseinnahmen nur noch mit 25 Prozent versteuern. Das gilt aber nicht, wenn man einer nahestehenden Person Geld geliehen hat, die ihrerseits die Schuldzinsen absetzen kann.

Damit soll z. B. folgender Trick vermieden werden: Der Ehemann nimmt bei der Ehefrau einen Kredit für seine Firma auf und setzt die Zinsen mit bis zu 45 Prozent Steuerentlastung ab, während die Ehefrau bloß 25 Prozent Kapitalertragssteuer zahlt.

Problem: Leider ist im Gesetz nie genau definiert worden, was eigentlich „nahestehende Personen“ in diesem Sinne sind, bei denen die Regelbesteuerung statt der 25 Prozent greift. In einem aktuell entschiedenen Fall hatte der A dem B Geld geliehen, damit sich dieser an der Firma des A beteiligen konnte. Der B setzte die Zinsen zum Spitzensteuersatz ab und der A wollte bloß 25 Prozent Kapitalertragssteuer zahlen. Das Finanzamt wertete die beiden als „nahestehende Personen“, obwohl die beiden allenfalls befreundet waren.

Das Finanzamt hatte Unrecht: Das Finanzgericht Münster hat in diesem Fall den günstigen Abgeltungssteuersatz (25 Prozent) statt der vom Finanzamt gewünschten 42 Prozent für richtig gehalten (FG Münster, 20.09.13, 4 K 718/13 E, juris). Die Sache wird nun endgültig vom Bundesfinanzhof entschieden werden.

Auch ein anderer Fall, in dem eine Frau eine Unternehmensbeteiligung gegen Kredit an ihren Bruder verkaufte, ist nun beim obersten Steuergericht anhängig. Auch hier geht es um die Frage, ob die Frau mit 25 Prozent Steuer davonkommt oder 42 Prozent zahlen muss. (BFH, Az. VIII R 35/13 und VIII R 9/13)

Unser Rat: Das Finanzamt darf den günstigen Steuersatz für Kapitalerträge nur dann verweigern, wenn der Darlehensnehmer die Zinsen absetzt und der Darlehensnehmer ein Interesse an den Zinserträgen des Darlehensgebers hat. So z. B. im obigen Beispielsfall, in dem die Ehefrau dem Ehemann  Geld leiht für dessen Firma. Sonst muss es bei 25 Prozent bleiben.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried