Die häufigsten Fragen rund um Amazon- und eBay-Käufe

Immer mehr Unternehmen kaufen Literatur, Elektronik oder Verbrauchsmaterial im Internet (z. B. amazon/ebay) ein. Dabei ergeben sich einige steuerliche Fragen.
Deutsche Umsatzsteuer bei luxemburgischem Unternehmen? „Wie kann Amazon überhaupt deutsche Umsatzsteuer ausweisen? Amazon sitzt doch in Luxemburg?“ Antwort: Der Umsatz wird in Deutschland ausgeführt, da die Auslieferung von deutschen Logistik-Zentren aus erfolgt. Deshalb gibt es auch kein Problem mit dem Vorsteuerabzug – zumindest solange es sich um Warenlieferungen unmittelbar von amazon.de handelt.
Rechnung für kindle-Käufe? „Ich habe ein berufliches Fachbuch auf mein amazon-kindle geladen: Wo bekomme ich eine Rechnung her?“ Antwort: Gar nicht. Amazon Luxemburg stellt keine Rechnung für ebook-Lieferungen aus. Und die luxemburgische Umsatzsteuer können Sie ohnehin nicht als Vorsteuer geltend machen. Tipp: Bestellbestätigung als Beleg verwenden – und wenigstens den Bruttobetrag als Betriebsausgabe absetzen.

IPad mit italienischer MwSt.? „Ich habe über Amazon ein apple-iPad bestellt, das aus Italien mit 20 Prozent italienischer Umsatzsteuer geliefert wurde – was nun?“ Antwort: Dieser Umsatz wurde nicht von Amazon ausgeführt, sondern nur über Amazon vermittelt. Theoretisch müsste der italienische Lieferant umsatzsteuerfrei liefern, wenn Sie ihm Ihre UST-ID-Nummer angeben. Das wird er wahrscheinlich aber nicht machen. Unser Rat: Bei amazon-marketplace Bestellungen genau prüfen, wer der Lieferant ist und in welchem Land er sitzt. Finger weg von Lieferanten im Ausland.

Kein Umsatzsteuerausweis bei eBay-Kauf?
„Ich habe ein neues Notebook bei eBay ersteigert. Rechnung bekomme ich keine, weil der Verkäufer sagt, er sei Kleinunternehmer. Ist das korrekt? Der Mann hat 562 Bewertungen.“ Antwort: Dass das Notebook neu ist und die Zahl der eBay-Bewertungen deuten auf eine gewerbliche Tätigkeit hin. Eine Rechnung können Sie auf jeden Fall verlangen. Ob derjenige allerdings Kleinunternehmer im Sinne von
§19 UStG ist (bis 17.500 Euro Jahresumsatz möglich) und somit keine MwSt. ausweisen muss, können Sie schwer nachprüfen. Das nächste Mal am besten vorher fragen: „Haben Sie ein Gewerbe angemeldet? Haben Sie zur Umsatzsteuer-Regelbesteuerung optiert und können Sie Umsatzsteuer ausweisen?“ In jedem Fall können Sie den Bruttobetrag als Betriebsausgabe absetzen.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Typische Streitfälle bei Reisekosten – und wie man sie löst

In manchen Unternehmen gibt es keine klare Reisekostenrichtlinie. Die Folge: Die Mitarbeiter wissen gar nicht, was sie dürfen und was sie nicht dürfen.

Muss der Arbeitgeber jede Hotelrechnung ersetzen? Nein, nur wenn sich der Mitarbeiter an die Reisekostenrichtlinie (diese kann auch ungeschrieben sein) gehalten hat. Wer ein Fünfsternehotel bucht, obwohl auch normale Hotels verfügbar gewesen wären, kann nicht erwarten, dass der Arbeit­geber die Kosten voll übernimmt.

Kann ein Mitarbeiter auch ins Fünfsternehotel gehen und die Differenz selber bezahlen? Ja, das ist natürlich möglich, und das kann er sogar steuerlich absetzen. In der Praxis setzt man den vollen Betrag ab und zieht die Arbeitgeber-Erstattung ab. Das Gleiche gilt, wenn jemand gerne erster Klasse fliegt bzw. Bahn fährt, die Firma aber nur Economy bzw. zweite Klasse ersetzt. Der Arbeitnehmer sollte es der Firma aber wenigstens leicht machen und selbst recherchieren und mit angeben, was eine Bahnfahrt zweiter Klasse bzw. ein normales Hotel statt des Fünfsternehotels gekostet hätten.

Muss der Arbeitgeber Essen bezahlen? Das muss er nicht. Die Über­nahme von Gasthausrechnungen wäre steuerlich auch ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil, sofern sie über die steuerlichen Verpflegungspauschalen hinausgingen (acht bis 14 Stunden: sechs Euro, 14 bis weniger als 24 Stunden: zwölf Euro, ganzer Tag Abwesenheit, also 24 Stunden): 24 Euro). Im Ausland gelten deutlich höhere Tages­pauschalen (z. T. über 70 Euro), die sich aus der Auslands-Reisekostentabelle ergeben. Kostenloser IZW-Lese­rservice: Die aktuellen Auslands-Reise­kosten können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Wie ist das mit dem Frühstück? Frühstück kann ebenfalls nicht gesondert ersetzt werden, sondern ist auch mit der Verpflegungspauschale abgegolten. Auf der Hotelrechnung sollte das Frühstück entweder extra ausgewiesen sein oder es sollte angegeben sein „Übernachtung mit Frühstück“ oder „Übernachtung ohne Frühstück“. Im letzten Fall kann der Arbeitgeber natürlich den vollen Betrag der Hotelrechnung ersetzen.

Was gilt bei Frühstück im Ausland? Auf ausländischen Hotelrechnungen steht meistens nichts zum Frühstück drauf. In aller Regel akzeptieren es die Finanzämter, wenn der Arbeitnehmer handschriftlich bestätigt, dass in der Hotelrechnung kein Frühstück enthalten war.

Kann der Arbeitgeber Verpflegungspauschalen ersetzen, obwohl an dem Tag schon eine Bewirtung auf Firmenkosten stattgefunden hat? Steuerlich kann er das schon. Die Verpflegungspauschalen sind nicht zu kürzen, nur weil man dem Arbeitnehmer eine Teilnahme an einer geschäftlichen Bewirtung ermöglicht hat. Die Frage ist allerdings, ob man das zum Zweck der Kostenreduzierung bleiben lässt und keine Verpflegungspauschale auszahlt, wenn der Arbeitnehmer ohnehin schon auf Firmenkosten gespeist hat.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried