Steuerfreie Leistungen problemlos miteinander kombinieren

Immer wieder taucht die Frage auf, ob eine steuerbefreite Leistung auf die andere angerechnet werden muss. Die meisten können jedoch parallel nebeneinander gewährt werden.
Beispiel: Eine Sekretärin trinkt am Schreibtisch jeden Tag Kaffee und eine Flasche Mineralwasser aus dem Büro-Kühlschrank (Wert im Monat: 20 Euro). Am 25. des Monats hat sie Geburtstag und bekommt einen Gutschein über
40 Euro für die Pizzeria gegenüber geschenkt. Zum Monatsletzten bekommt sie einen Benzingutschein für 44 Euro. Außerdem hat sie ein iPhone auf Firmenkosten, das sie fast nur privat verwendet.

Ergebnis: Alles steuerfrei, nichts wird aufeinander angerechnet. Die Getränke und der Kaffee im Büro sind gar kein Arbeitslohn laut Richtlinie 19.6 Absatz 2 LStR. Das Gleiche gilt auch für Aufmerksamkeiten aus einem persönlichen Anlass (z. B. Geburtstag, Verlobung usw.) bis maximal 40 Euro brutto (R 19.6 Abs. 1 LStR). Der Benzingutschein gilt als steuerfreier Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG und das Handy ist sowieso steuerbefreit nach § 3 Nr. 45 EStG.

Hier müssen Sie allerdings Acht geben: Steuerfreie Sachbezüge dürfen insgesamt maximal 44 Euro im Monat betragen. Würde die Sekretärin sich also im Monat drei Kästen Mineralwasser aus dem Büro mit nach Hause nehmen dürfen und zusätzlich noch den Benzingutschein bekommen, wäre die 44-Euro-Grenze gesprengt, und sowohl Benzingutschein als auch die Mineralwasserkästen wären voll steuerpflichtig.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

„VWL“ nur noch bei niedrigen Einkommen sinnvoll

In manchen Gehaltsabrechnungen finden sich auch heute immer noch vermögenswirksame Leistungen („VWL“). Häufig unterliegen Chef und Arbeitnehmer dem Irrglauben, diese wären steuer- oder sozialversicherungs¬befreit. Das sind sie aber nicht.
Es gibt nur eine Arbeitnehmersparzulage, die Alleinstehende allerdings nur bis zu 20.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr erhalten (Ehegatten das Doppelte). Falls mit der Sparrate „wohnungswirtschaftliche Zwecke“ gefördert werden, gelten sogar noch niedrigere Grenzen (17.900 Euro/35.800 Euro).

Fazit: Besser verdienende Angestellte, insbesondere Alleinstehende, profitieren überhaupt nicht von den vermögenswirksamen Leistungen. Man sollte hier darüber nachdenken, das Ganze umzustellen, z. B. auf eine steuerfreie Direktversicherung.

Ihr Steuerberater für Martinsried
Alfred Gesierich