Gehaltsabrechnung: Was sind Abschlag, Vorschuss, Darlehen?

Was ist der Unterschied zwischen Abschlag, Vorschuss und Arbeitgeberdarlehen?

Vorschuss: Das ist eine Vorauszahlung auf künftige Arbeitsleistung. Beispiel: Der Mitarbeiter bekommt schon im Januar das Februar-Gehalt vorausgezahlt. Folge: Lohnsteuer und Sozialversicherung müssen schon im Januar abgezogen werden.

Abschlag: Das ist eine Zahlung für bereits geleistete Arbeit, die noch nicht abgerechnet ist. Beispiel: Der Arbeitgeber zahlt am 25. Januar schon einmal 1.000 Euro netto für Januar voraus, die Gehaltsabrechnung für Januar wird aber erst am 10. Februar erstellt (z. B. weil dann erst alle Stunden- oder Provisionsabrechnungen vorliegen.)

Folge: Hier muss bei der Auszahlung des Vorschusses keine Lohnsteuer abgezogen werden, sondern erst bei der endgültigen Abrechnung. Dieses Vorgehen ist zulässig, sofern der Lohnzahlungszeitraum nicht länger als fünf Wochen ist und die endgültige Abrechnung innerhalb von drei Wochen nach Ende des Lohnzahlungszeitraumes erfolgt (§ 39b Abs. 5 EStG). Allerdings muss man auch von der Abschlagszahlung bereits Sozialabgaben einbehalten. Mit normalen Gehaltsabrechnungsprogrammen (incl. DATEV) ist das allerdings nicht durchführbar, weshalb in der Praxis niemand von einem Abschlag Sozialabgaben abzieht.

Darlehen:
Ein Darlehen hat keine lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen, sofern es maximal 2.600 Euro beträgt. Ein Darlehen wird netto ausbezahlt und netto zurückgezahlt.

Wichtig: Im Darlehensvertrag sollte kein Bezug auf künftige Arbeitsleistungen enthalten sein, weil das ein Sozialversicherungsprüfer ansonsten doch als Vorschuss (sozialversicherungspflichtig) deuten könnte.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried