Steuerzinsen in Millionenhöhe kassieren – können Sie das auch?

Das BR-Magazin „quer“ glaubt einem vermeintlichen Skandal auf die Spur gekommen zu sein: Während jeder froh sei, wenn er wenig Steuern zahlt, soll der Energiekonzern eon absichtlich zu hohe Gewerbesteuervorauszahlungen an die Kommunen leisten, um diese dann Jahre später mit sechs Prozent Jahreszins zurückzuverlangen.

Ist da etwas dran? Das TV-Magazin konnte zwar mehrere Bürgermeister vor die Kamera locken, die nun wegen der millionenschweren Zinszahlungen an eon Kindergärten und Schwimmbäder auf die lange Bank schieben müssen, aber dennoch scheint uns das Ganze eher ein glücklicher Zufall für eon zu sein als planmäßiges Vorgehen.

Fakt ist: Wenn Sie zu hohe Vorauszahlungen leisten und es schaffen, dass der Steuerbescheid erst über 15 Monate nach Ende des Steuerjahres kommt, können Sie ab dann jeden Monat 0,5 Prozent Zinsen vom Finanzamt kassieren – macht sechs Prozent im Jahr. Richtig lohnen tut sich das freilich erst, wenn man die Erstattung viel, viel später bekommt, denn erst einmal muss man ja die 15 Monate ohne Zins ausgleichen.

Fazit: Theoretisch ist der eon-„Trick“ möglich, aber in der Praxis trotzdem schwer durchführbar, weil die Finanzämter dann doch zu schnell arbeiten.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried