Wenn Ihre Kinder oder Eltern Kapitalerträge haben

Seit 2009 muss man Kapitalerträge – abgesehen von Sonderfällen – nicht mehr in der Steuererklärung angeben. Wer jedoch Kapitalerträge über 801 Euro (1.602 Euro bei Verheirateten) hat, aber sonst keine hohen Einkünfte, sollte die Kapitalerträge gegenüber dem Finanzamt trotzdem freiwillig erklären.

Dabei kann man nur gewinnen: Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent, wird die von der Bank einbehaltene Kapitalertragsteuer vom Finanzamt ganz oder teilweise erstattet. Ist der persönliche Steuersatz höher als 25 Prozent, bleibt es dennoch bei 25 Prozent. Ein höherer Steuersatz ist ausgeschlossen.

Deshalb: Raten Sie gegebenenfalls auch Ihren Kindern oder Eltern, die Kapitalerträge über den genannten Beträgen haben, diese in der Steuererklärung anzugeben. Aber: Möchte man für diese Steuererklärung einen Steuerberater zu Rate ziehen, sollte man gut überlegen, ob die Erstattung wirklich wahrscheinlich ist, damit man sich nicht eine Steuererstattung von 100 Euro durch ein Honorar von 300 Euro erkauft.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Teurer Irrtum beim Verkauf von Immobilien

Wer Immobilien innerhalb von zehn Jahren verkauft, muss den Gewinn versteuern. Aber das ist noch nicht alles. Denn, woran viele nicht denken: Besteuert wird nicht nur der Unterschied zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis, sondern es werden auch die Abschreibungen nachversteuert.

Beispiel: X hat 2007 für 200.000 Euro eine Wohnung in München gekauft und verkauft sie 2014 für 300.000 Euro. In diesem Zeitraum hat er 21.000 Euro abgeschrieben. X versteuert nicht nur den Gewinn von 100.000 Euro, sondern muss auch die Abschreibung von 21.000 Euro nachversteuern.

Besonderheiten bei selbst genutzten Immobilien: Erfreulich: Selbst genutzte Immobilien kann man ohne Beachtung einer Frist sofort steuerfrei verkaufen. Unerfreulich: Das gilt nicht für ein Arbeitszimmer. Insoweit ist der Gewinn nicht steuerbefreit, selbst wenn man aufgrund der Abzugs­beschränkungen gar keine Kosten absetzen konnte. Es lohnt sich daher nur selten, ein Arbeitszimmer geltend zu machen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried