Rechnung verloren – was ist dann mit dem Vorsteuerabzug?

Den Vorsteuerabzug bekommen Sie nur mit der Original-Rechnung. Diese kann freilich auch schon einmal verloren gehen. Welche Steuer-Regeln dann gelten, hat nun das oberste Steuergericht geklärt. (BFH, 23.10.14, V R 23/13, DStR 15, 71)

Die Vorlage der Original-Rechnung gegenüber dem Finanzamt ist nicht zwingend: Es reicht, dass Sie die Rechnung irgendwann einmal hatten und das nachweisen können. Für den Vorsteuerabzug ist es hingegen nicht erforderlich, dass die Rechnung auch noch zu einem späteren Zeitpunkt vorhanden ist. Allerdings muss der Unternehmer durchaus nachweisen, dass er (irgendwann einmal) eine ordnungsgemäße Rechnung in Besitz hatte.

Wenn die Rechnung verloren gegangen ist: Dann können Sie den Nachweis, dass Sie die Original-Rechnung hatten zum Beispiel durch Kopien oder Zweitausfertigungen der Originalrechnung führen.

Wenn Sie nicht einmal Kopien haben und der Rechnungsaussteller „verschollen“ ist: Wenn die Rechnungen verlorengegangen sind und nicht mehr rekonstruiert werden können, sind die abziehbaren Vorsteuerbeträge zu schätzen. Denn die erfolgte Rechnungsstellung wird durch den Verlust der Rechnungen nicht aufgehoben.

Wenn Sie gar nichts nachweisen können? Nicht einmal, dass Sie jemals die Original-Rechnung hatten? Dann haben Sie Pech – dann kann auch nicht geschätzt werden. „Der fehlende Nachweis des Rechnungsbesitzes kann nicht durch eine Schätzung ersetzt werden.“

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Vier Tipps, wie Sie bei Ihrer Bank besser punkten

Noch mehr als für Ihren Gewinn interessiert sich Ihre Bank für Ihren Cashflow. Auf gut Deutsch: Ob Sie mehr Geld einnehmen als ausgeben. Beherzigen Sie diese vier Grundprinzipien, die viele Unternehmer im Alltagsgeschäft immer wieder aus dem Auge verlieren:

  1. Anlagegüter nicht vom Girokonto bezahlen: Leasen Sie stattdessen entweder oder nehmen Sie ein gesondertes Investitionsdarlehen auf.
  2. Ihre Forderungen sollten nicht stärker steigen als Ihr Umsatz: Wenn Ihre Kunden immer später zahlen, schädigt das Ihren Cashflow. Denn das Geld ist ja noch bei Ihrem Kunden auf dem Konto und nicht auf Ihrem Konto. Achten Sie also darauf, dass alle pünktlich zahlen.
  3. Lieferverbindlichkeiten möglichst spät bezahlen: Eine zu schnelle Bezahlung von Lieferantenverbindlichkeiten beschädigt Ihren Cashflow, denn das Geld ist dann schneller weg. Es ist bei Ihrem Lieferanten und nicht mehr bei Ihnen. Versuchen Sie lieber, längere Zahlungsziele auszuhandeln, auch das verbessert die Kenngröße „Cashflow“.
  4. Halten Sie Ihren Lagerbestand niedrig: Ein Aufbau Ihres Warenlagers beeinträchtigt zwar nicht den Jahresüberschuss, wohl aber den Cashflow, denn Ihr Geld steckt jetzt nicht mehr auf Ihrem Bankkonto, sondern in den Waren und Rohstoffen in Ihrem Lager.

Übrigens: Eine normale BWA zeigt den Cashflow nicht, deshalb verlieren viele Unternehmer diese Kenngröße aus dem Auge. Ihre Bank keinesfalls!

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried