Hausverkauf oder -kauf mit Photovoltaik: typische Fallstricke

Wenn man ein Haus verkauft oder kauft, auf dem eine Photovoltaikanlage montiert ist, sollte man den Kaufpreis für diese unbedingt extra festlegen. Allerdings ist hier die Interessenslage für Käufer und Verkäufer genau gegenteilig.

Aus Sicht des Verkäufers gilt: Möglichst hoher Preis für das Haus, möglichst niedriger Preis für die Photovoltaikanlage. Denn sofern es sich um ein selbst genutztes Einfamilienhaus handelt oder ein vermietetes Haus, das man schon mehr als zehn Jahre besitzt, ist der Verkaufserlös für die Immobilie steuerfrei, während die Photovoltaikanlage stets Betriebsvermögen ist und daher der Preis versteuert werden muss.

Aus Sicht des Käufers ist es genau umgekehrt: Den Preis für ein selbst genutztes Haus kann man nicht abschreiben, den Preis für die Photovoltaikanlage aber schon. Hier wäre ein möglichst hoher Preis wünschenswert.

Hier muss man also eine Einigung finden: Am besten, man bittet einen Fachbetrieb um eine Werteinschätzung. Dieser darf nicht nur den Wert der gebrauchten Module bewerten, sondern muss mit einfließen lassen, dass alte Photovoltaikanlagen zu einer deutlichen höheren Einspeisevergütung berechtigen und damit mehr wert sind, als das Alter erwarten ließe

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Tipps zum steuerfreien Kindergartenzuschuss

Mitarbeiter mit Kindergartenkindern können einen steuerfreien Zuschuss zu den Kindergartenkosten bekommen (§ 3 Nr. 33 EStG). Doch Vorsicht! Die Umwandlung von Arbeitslohn in einen steuerfreien Kindergartenzuschuss wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Gefördert werden: Betriebliche und außerbetriebliche Kindergärten, Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tagesmütter, Wochen­mütter und Ganztagespflegestellen. Unterricht können Sie nicht steuerfrei bezahlen, zum Beispiel Musik- oder Sportstunden für kleine Kinder.

Nur zusätzlich zum Arbeitslohn: Die Umwandlung von Arbeitslohn in einen steuerfreien Kindergartenzuschuss wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Sie sollten den Zuschuss daher gleich bei der Neueinstellung vereinbaren. Sonst können sie ihn nur im Wege einer Gehaltserhöhung gewähren.

2012er-Steuer-Verschärfung wieder vom Tisch: Der Bundesfinanzhof hatte 2012 geurteilt, dass die Steuerbefreiung des Kindegartenzuschusses wegfällt, sobald der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch darauf hat. Diese restriktive Haltung wurde wieder aufgehoben (BMF-Schreiben vom 22.05.13, Az. IV C5 – S2388/110001-02, DStR 13, 1133). Ein Rechtsanspruch ist unschädlich, schädlich ist (nur) die Umwandlung von Bruttogehalt in Zuschüsse.

Zahlung an den Ehegatten des Arbeitnehmers: Bei Ihnen arbeitet der Vater, den Kindergartenvertrag hat aber die Mutter abgeschlossen, die nicht bei Ihnen arbeitet? Kein Problem: Sie können den steuerfreien Zuschuss auch an den Vater auszahlen. (R 3.33 LStR 2011 Abs. 1. LStR)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried

Steuerzinsen in Millionenhöhe kassieren – können Sie das auch?

Das BR-Magazin „quer“ glaubt einem vermeintlichen Skandal auf die Spur gekommen zu sein: Während jeder froh sei, wenn er wenig Steuern zahlt, soll der Energiekonzern eon absichtlich zu hohe Gewerbesteuervorauszahlungen an die Kommunen leisten, um diese dann Jahre später mit sechs Prozent Jahreszins zurückzuverlangen.

Ist da etwas dran? Das TV-Magazin konnte zwar mehrere Bürgermeister vor die Kamera locken, die nun wegen der millionenschweren Zinszahlungen an eon Kindergärten und Schwimmbäder auf die lange Bank schieben müssen, aber dennoch scheint uns das Ganze eher ein glücklicher Zufall für eon zu sein als planmäßiges Vorgehen.

Fakt ist: Wenn Sie zu hohe Vorauszahlungen leisten und es schaffen, dass der Steuerbescheid erst über 15 Monate nach Ende des Steuerjahres kommt, können Sie ab dann jeden Monat 0,5 Prozent Zinsen vom Finanzamt kassieren – macht sechs Prozent im Jahr. Richtig lohnen tut sich das freilich erst, wenn man die Erstattung viel, viel später bekommt, denn erst einmal muss man ja die 15 Monate ohne Zins ausgleichen.

Fazit: Theoretisch ist der eon-„Trick“ möglich, aber in der Praxis trotzdem schwer durchführbar, weil die Finanzämter dann doch zu schnell arbeiten.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Martinsried